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Aus der Sicht einer Honigbiene_stock

Ein Tag aus der Sicht einer Honigbiene

Hallo, ich bin’s, die Honigbiene. Ich finde, es ist höchste Zeit, einmal die Perspektive zu wechseln: Deshalb berichte ich von meinem hektischen Alltag. Gespannt auf einen typischen Tag aus der Sicht einer Honigbiene?

Wir Bienen unterscheiden uns nicht nur durch die Saison, in der wir leben: Zwei wesentliche Unterschiede finden sich in unserer Lebensdauer und unseren Aufgaben. Als Sommerbiene leben wir ein kurzes sechswöchiges, aber sehr intensives Leben und meistern viele spannende Aufgaben. Winterbienen hingegen leben deutlich länger und haben weniger zu tun. Um einen unserer komplexen Tage erlebbar zu machen, berichten wir aus Sicht weiblicher Bienen – im Sommer wie im Winter.

Mein Sommer-Alltag: vom Summen, Tanzen und Sammeln

06:00 Uhr morgens: Ich erwache in meiner Wabe am Rand des Bienenstocks. Offensichtlich haben meine jüngeren Schwestern, die Baubienen, in der letzten Nacht wieder einiges geschafft: Die Jüngsten schwitzen permanent kleine, weiße Wachsplättchen aus, welche an die älteren Kolleginnen übergeben, von ihnen gekaut und zur Wabe verbaut werden – sie bauen unser Zuhause ständig aus. Für mehr Bewunderung habe ich jetzt aber keine Zeit und starte in einen neuen Tag.

Ich bin dreieinhalb Wochen alt und eine Sammelbiene. Meine Aufgabe ist es, Nektar für unsere Honigfabrik zu sammeln. Ich lebe ein kurzes, aber spannendes Leben: Mittlerweile gehöre ich also zu den Bienen im Außendienst, habe aber auch schon beim Bau der Waben, der Verteidigung unseres Stocks und dem Transport des Honigs geholfen.

Für die letzten zweieinhalb Wochen habe ich einen sehr vollen Terminkalender. Erstes Meeting am Tag: Wie jeden Morgen treffen wir Sammelbienen uns mit den wichtigen Spurbienen. Sie sind schon lange auf den Bei… ähhh Flügeln und zeigen uns mithilfe des berühmten Schwänzeltanzes das Gebiet, in dem sie neue Nektarquellen gefunden haben. Dieser Moment ist immer besonders spannend, da wir vorher nie wissen, wohin die Reise als nächstes geht. Mit allen Informationen ausgestattet, mache ich mich auf den Weg. Sobald ich das Trachtgebiet erreicht habe, orientiere ich mich am Duft der Pflanze, sowie am Duft, den die Spurbiene hinterlassen hat, und finde, wie immer, die richtige Pflanze. Jetzt heißt es: saugen – bis die Honigblase voll ist! Und dann geht’s schnell wieder nach Hause, wo die Honigabnehmerinnen schon warten. Vorbei an unseren Türsteherinnen, die unser Volk und unser Zuhause schützen, nehmen die Honigmacherinnen den Nektar in der Nähe des Fluglochs entgegen und reichen ihn in einer Art Kette von Honigmacher-Schwester zu Honigmacher-Schwester weiter, bis dieser in der obersten Etage des Stocks, dem Honigraum, angekommen ist.

Für mich geht’s wieder los, mehr Nektar sammeln bis die Nacht anbricht und ich mich gegen 20:00 Uhr wohlverdient in meine Wabe verkrieche. Ich lausche noch ein bisschen dem bunten Treiben der Baubienen, bis ich kurz darauf erschöpft und zufrieden einschlafe.

Mein Winter-Alltag: vom Kuscheln und Futtern

Ich bin eine Winterbiene und lebe weitaus länger als meine Schwester, die Sommerbiene. Um genau zu sein sogar bis zu 10 Monate. Das mag daran liegen, dass mein Tag nicht so stressig ist. Aber von vorn: Ich bin im Herbst geschlüpft und meine Hauptaufgabe besteht darin, unser Bienenvolk durch den Winter zu bringen. Besonders schön ist es, dass die ganze Familie im Winter sehr viel Zeit miteinander verbringt und wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Um uns und den Stock warm zu halten, rücken wir eng zusammen und bilden so eine Traube. Zusammen zittern wir und erzeugen mit unserer Flugmuskulatur Wärme. Der Heizvorgang kann schon mal einen vollen Tag dauern und hält den Stock für bis zu 24 Stunden schön warm. So wird es nicht nur kuschlig-warm, sondern wir erwärmen gleichzeitig unsere Honigvorräte. Das ist wichtig, denn wir Winterbienen „futtern“ gern! Heute auf dem Speiseplan: Pollen – so wie gestern und am Tag davor … und davor ¬– aber es schmeckt! Das sieht man uns auch an: Wir legen nämlich ein stattliches Fett-Eiweiß-Polster an, mit dem wir dann die erste Frühjahrsbrut aufziehen. Ich muss los, es wird schon wieder frisch …

Langweilig wird es bei uns nie! Wie ihr seht, übernehmen wir Honigbienen sowohl im Sommer als auch im Winter wichtige Aufgaben. Jede einzelne von uns arbeitet emsig, um das Leben des kompletten Volkes zu erhalten und unsere Honigfabrik zu unterstützen – getreu dem Motto: Nutze den Tag!

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