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Fortpflanzung der Wildbienen

Von wilden Bienen und Blümchen: die Fortpflanzung der Wildbiene

In der Gemeinschaft der Honigbienen kümmert sich nur eine Biene um den Fortbestand: Die kleinen Summer haben eine Königin, welche die nachfolgenden Bienengenerationen hervorbringt. Doch wie ist das bei solitär lebenden Wildbienen? Bei den Einzelgängern ist die Fortpflanzung ein bisschen komplizierter.

Der größte Unterschied zwischen Wild- und Honigbienen ist, dass fast alle Wildbienenweibchen nur eine Generation, also nur ein Jahr lang, leben und jedes Weibchen selbst für die Fortpflanzung zuständig ist. Anders als bei den Honigbienen gibt es keine Königin, die den Nachwuchs über mehrere Generationen für das gesamte Volk sichert. Deshalb ist es wichtig, dass Wildbienenweibchen in ihrer kurzen Lebensspanne möglichst viele Nachkommen zeugen. Die Fortpflanzungsweise hängt dabei von der Partneranzahl eines Weibchens und der bevorzugten Nahrung ab. Aber fangen wir von vorne an.

Unterschiedliche Wildbienen – unterschiedliche Arten der Fortpflanzung

Sobald eine Generation junger Wildbienen ihre Entwicklung abgeschlossen hat und im Sommer schlüpft, sind die Weibchen, anders als bei Honigbienen, sofort geschlechtsreif. Das ist auch notwendig, denn die Lebenserwartung der meisten Arten liegt bei circa vier bis sechs Wochen. Nach dem Schlüpfen beginnt direkt die Partnersuche. Und die sieht je nach Art ganz unterschiedlich aus: So warten einige Männchen vor den Nestaggregationen und lassen sich ganz in der Nähe ihrer Nester befruchten. Manchmal graben sie sich sogar den schlüpfenden Weibchen entgegen, um ihre Gene weiterzugeben. Dies geschieht immer, wenn die Wildbienen in großen Aggregationen leben, also mehrere Nester am gleichen Ort zu finden sind. Wiederrum andere Bienen haben sogenannte Rendezvous-Plätze, bei denen sich beide Geschlechter treffen. Dies ist bei vor allem bei polylektischen Bienen der Fall. Polyeliktische Bienen sind Bienenarten, bei denen sich die Weibchen beim Pollensammeln am jeweils vorhandenen Blütenangebot bedienen und nicht auf eine Pollenart spezialisiert sind. Bei oligolektischen Bienen, also solchen, die sich nur von einer Pollenart ernähren, warten die Drohnen meist bei den Blüten ebenjener Pflanze – clever! War die Partnersuche erfolgreich, beginnt der Nestbau. Doch wie nisten Wildbienen?

Die Nistplätze

Etwa 75 Prozent aller Wildbienen bauen sich ihre eigenen Nester. Die restlichen Arten nutzen bereits bestehende Nistplätze und legen dort ihre Eier. Das sind entweder Nester anderer Bienen oder Löcher in Mauern, Steinhaufen und Totholz. Diese bieten ideale Bedingungen für die Nachkommen. An guten Stellen finden sich deshalb oft viele Nester nebeneinander in sogenannten Aggregationen. Nachdem die Brutzellen vorbereitet sind, legen die Weibchen die Eier zusammen mit Nektar und Pollen darin ab und verschließen die Kammern. Dieser Prozess dauert pro Ei und Brutzelle circa einen Tag, weshalb jedes Weibchen in ihrem Leben maximal 30-40 Eier legen kann.

Die Entwicklung der Nachkommen

Nun beginnt die längste Phase im Leben einer Wildbiene: die Zeit in der Brutzelle. Nach zehn Tagen schlüpft aus dem Ei eine Larve, welche sich von dem mit ihr eingeschlossenen Nektar und den Pollen ernährt. Am Ende dieser Wachstumsphase bilden die Maden einen Kokon, der sie während der Metamorphose, also der Entwicklung vom Ei zum geschlechtsreifen Tier, schützt. Diese Vorpuppenphase kann wenige Wochen dauern, zieht sich bei den meisten Arten aber über etwa elf Monate. Nach der Überwinterung beginnt die Verpuppung. Dann löst sich die Larve auf und strukturiert sich zum fertigen Insekt um. Sobald diese Entwicklung abgeschlossen ist, befreit sich die Wildbiene aus ihrem Kokon und der Kreislauf der Fortpflanzung beginnt von neuem.

Der Mensch und die fortschreitende Urbanisierung behindern die Fortpflanzung der Wildbienen immer stärker. So sehr, dass mittlerweile über 50 Prozent aller Arten auf der Roten Liste der bedrohten Tiere steht. Monokulturen bieten weniger Nahrung und der Ausbau der Infrastruktur zerstört kostbare Nistplätze. Die geringe Fortpflanzungsrate von maximal 40 Eiern pro Weibchen und natürlichem Schwund beispielsweise durch Schimmel und Witterung tun ihr übriges.
Der Mensch kann aber auch einen Beitrag dazu leisten, die Wildbienenpopulation zu sichern – und das mit ganz einfachen Mitteln: In einem naturnahen Garten finden die fleißigen Insekten die richtige Nahrung. Welche Pflanzen sich hierfür besonders eigenen, verrät unser Pflanzenfinder. Zusätzlich bieten Bienenhotels den richtigen Unterschlupf. Wer selbst einen solchen Bienennistplatz bauen möchte, findet hier die Anleitung.

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