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Streuobstsorten in Schleswig-Holstein: Unsere Top 3

Welche (traurige) Gemeinsamkeit eint Bienen und Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein? Beide tauchen auf sogenannten „Roten Listen“ auf und gelten damit als bedroht. Grund genug für uns, drei der beliebtesten Streuobstsorten in Schleswig-Holstein genauer zu betrachten und zu erläutern, wie die unterschiedlichen Sorten mit dem Bienenschutz zusammenhängen.

Während die Biene auf der Roten Liste für bedrohte Tier- und Pflanzenarten steht, sind Streuobstwiesen im Verzeichnis der Biotope als „stark gefährdet“ eingestuft. Laut dem NABU-Bundesfachausschuss für Streuobst, gingen die Streuobstbestände zwischen 1950 und 2010 um ca. 80 Prozent zurück. Dabei bieten Streuobstwiesen einen wichtigen Lebensraum für viele Insektenarten, wie z. B. die Wildbiene. Auf Streuobstwiesen dürfen keine Pestizide eingesetzt werden, so liefern sie uns Menschen bestes Obst – direkt aus unserer Region. Aber welche Streuobstsorten finden sich konkret in Schleswig-Holstein? Wir haben drei Streuobstsorten unter die Lupe genommen, die zu den beliebtesten Streuobstsorten in Schleswig-Holstein gehören.

Schleswig-Holsteins Streuobst-Liebling: Der Apfel

Viele Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein werden von Äpfelbäumen dominiert. Kein Wunder, schließlich hat Schleswig-Holstein einige regionaltypische Apfelsorten zu bieten. Hierzu gehört zum Beispiel der Drelsdorfer Prinzenapfel oder der Mildstedter Apfel, der vor allem auf Streuobstwiesen in Nordfriesland vorkommt. Der Dithmarscher Paradiesapfel aus dem Süden Schleswig-Holsteins wurde übrigens zur Apfelsorte des Jahres 2019 gewählt. Bienen lieben Apfelbäume aufgrund des süßlichen Geruchs der Apfelblüte. Darüber hinaus finden Wildbienen im morschen Randholz hervorragend Unterschlupf. Doch genauso wie die Biene von der Streuobstwiese profitiert, ist auch die Streuobstwiese auf die Biene angewiesen: Denn sie ist für deren Bestäubung verantwortlich und sorgt damit für einen Teil des Apfel-Nachschubs in Schleswig-Holstein. Streuobstwiesen mit vielen Apfelbäumen und Bienen bilden daher eine perfekte Symbiose – und bieten eine ideale Möglichkeit, Kindern ein Ökosystem zu erklären.

Gut Kirschen essen in Schleswig-Holstein

Nach Äpfeln ist der Anbau von Süßkirschen der wichtigste Baumobstanbau in Deutschland. Damit ist die Kirsche Streuobst-Liebling Nummer zwei – auch in Schleswig-Holstein. Wie viele Kirschen sich in der Saison ernten lassen, hängt direkt mit der Bestäubungsarbeit der Biene zusammen. Wie die meisten Obstbäume – mit Ausnahme von zum Beispiel Pfirsichen oder Quitten – können sich Kirschblüten nämlich nicht selbst befruchten. Dafür braucht die Kirsche die Biene. Die Bestäubung der Kirschblüte durch die Biene beginnt schon früh im Jahr. Somit kann ein nasskalter Frühling zu Ernteausfällen in der Kirschernte führen, da Bienen bei einer solchen Witterung seltener ausfliegen. Typische Kirschsorten, die auf Streuobstwiesen angebaut werden, sind die Große Schwarze Knorpelkirsche, die Hedelfinger Riesenkirsche, die ihren Ursprung in Baden-Württemberg hat, oder Dönissens Gelbe Knorpelkirsche, da diese Kirschensorten als besonders robust gelten.

Goldenes Streuobst in Schleswig-Holstein: Die Birnen

„Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ‘ne Birn“, hätte der alte Ribbeck vom Havelland auch in Schleswig-Holstein sagen können. Birnen sind Streuobst-Liebling Nummer drei in Schleswig-Holstein. Somit ist es kein Wunder, dass Birnen ein wichtiger Bestandteil in der schleswig-holsteinischen Küche sind – nicht nur für Bienen. Das Traditionsgericht „Broken Sööt“ besteht aus Birnen, Speck und Bohnen, also Süßes mit Herzhaften. Streuobstwiesen, auf denen Birnen gepflückt werden können, gibt es vermehrt im Süden Schleswig-Holsteins, aber sie lassen sich auch bei Flensburg und Schleswig finden. Die Fremdbestäubung durch die Biene ist eine Voraussetzung für einen gute Birnenernte. Wussten Sie, dass Birnen, die nicht durch die Biene bestäubt wurden kleiner und auch krumm werden? Für die Birnenbestäubung ist die Honigbiene von allen Insekten der wichtigste Bestäuber, da sie den Birnenertrag sogar verdreifachen können. Um die Birnenblüten für Honigbienen besonders attraktiv zu machen, werden sie daher manchmal sogar mit einer Zuckerlösung bestrichen. Denn Birnenblüten sind von Natur aus weniger süß als zum Beispiel die Apfelblüte.

Streuobstwiesen sind besonders schützenswert

Zurecht gelten Streuobstwiesen heute als schützenswerter Naturraum, der uns zum Lernen und Entspannen einlädt und Bienen sowie anderen Insekten einen wichtigen Lebensraum bietet. Ohne unsere lokalen Streuobstwiesen müssten wir zwar nicht gleich komplett auf Apfel, Kirsche und Birne verzichten, allerdings würde vielen Bestäuberinsekten eine wichtige Nahrungsquelle fehlen. Daher unterstützen die Schwartauer Werke zusammen mit dem NABU den Ausbau von Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein. Ziel der Kooperation ist es, 1.000 Hochstamm-Obstbäume bis 2020 zu pflanzen und somit Bienen wertvollen Lebensraum zu schaffen. Hier erfahren Sie, wie viele Bäume bereits gepflanzt werden konnten und wie auch Sie sich für eine Streuobstwiese bewerben können.

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