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Frauen imkern anders als Männer

Undine Westphals drittes Buch „Frauenpower am Bienenstock“ ist im Januar dieses Jahres erschienen. Wir haben darüber berichtet und konnten nun mit der erfahrenen Imkerin sprechen. Dabei hat sie genau erläutert, wo die Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Imkern liegen.

Undine Westphal begann im Jahr 2008 mit dem Aufbau der Schulimkerei in der Grundschule Bergstedt. Von Anfang an wollte sie Details des Imkerns genau verstehen und hat vieles hinterfragt, bevor sie sich zu diesem Schritt entschloss. Manch einer bezeichnete sie als die Quotenfrau im männerdominierten Beruf des Imkers. Über die Jahre hat sie sich ein enormes Fachwissen angeeignet, welches sie nun im Rahmen von Kursen an Kinder und Erwachsene (seit 2013 auch in speziellen Anfängerkursen für Frauen) weitergibt. So leitet Undine Westphal ehrenamtlich eine von ihr aufgebaute Schulimkerei und unterrichtet Bienenkunde an Schulen. Dabei hat sie festgestellt, dass Frauen anders imkern als Männer und hat ihre Erfahrungen und Beobachtungen in ihrem dritten Buch (nach „Die Schulimkerei“ und „Imkern mit Kindern“) „Frauenpower am Bienenstock“ zusammengetragen.

Frauen wollen es immer ganz genau wissen

„Frauen hinterfragen mehr. Sie sind sehr an der Natur und Umwelt interessiert und holen sich die Biene bewusst aus ökologischen Gesichtspunkten in den Garten. Mir ist aufgefallen, dass Frauen sich viel zutrauen, aber dennoch sensibler und häufig unsicherer sind als Männer. Die Unsicherheit bewerte ich aber als positiv, denn die Frauen fragen kritisch nach, informieren sich in Fachzeitungen und im Internet oder tauschen sich mit Gleichgesinnten aus. Frauen sind tolle Teamplayer!“, sagt Undine Westphal. Sie findet dieses Verhalten ungemein wichtig, denn gerade wenn es um die Varroa-Bekämpfung geht, ist die richtige Behandlung bedeutend: „Frauen fragen zu diesem Thema detaillierter nach, anstatt einfach irgendwelche fragwürdigen Varroa-Behandlungsmittel in den Bienenstock zu kippen.“ Des Weiteren behandelt das Buch Unterschiede bei der Imkerkleidung und dem Material im Hinblick auf das Gewicht, die Bienenbiologie, Fluglochbeobachtungen und Anleitungen für das praktische Imkern – speziell zugeschnitten auf Frauen.

Ein praxisnaher Leitfaden zum Imkern

„Im Buch wird das ganze Imkerjahr von A bis Z als Praxisanleitung beschrieben. Es ist sozusagen ein Leitfaden für Frauen, die mit dem Imkern beginnen möchten. Der passionierten Imkerin ist es ein Anliegen, auch andere Betrachtungsweisen auf Themen der Imkerei aufzuzeigen, wie zum Beispiel bei der Bekämpfung der Varroamilbe. Unabhängig von der Anzahl der Schädlinge, die sich im Bienenstock befinden, sollte die Bekämpfung laut Undine Westphal auf jeden Fall erfolgen, notfalls auch ohne vorher zahlenmäßig den genauen Bestand zu erfassen.

Abgerundet wird das Buch durch Rezepte: „Die Leser sollen vor allem die Produkte der Biene, wie Honig und Propolis, und ihre unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten kennenlernen.“

Zukunftspläne von Undine Westphal

„Für die Zukunft möchte ich gerne noch mehr Frauen ermutigen, sich der Imkerei anzunehmen. Ich habe mich im ersten Schritt dafür eingesetzt, reine Imkerkurse nur für Frauen anzubieten. Es haben sich immer sehr viele Frauen angemeldet, und ich merke, dass hier einfach eine sehr große Nachfrage besteht. Frauen und Bienen passen hervorragend zusammen!“

Aktuell beschäftigt sich Undine Westphal intensiv mit einem neuen Schädling, dem kleinen Beutenkäfer, der die Imkerlandschaft komplett verändern könnte. „Da ich Imker-Anfängerkurse leite und in der Schule mit Kindern zusammenarbeite, müssen wir für die Zukunft flexibel bleiben, um uns an die neue Situation anpassen zu können. Ich versuche immer wieder, neue Themenfelder aufzugreifen und beschäftige mich unter anderem mit der Erstellung von Lehr- und Unterrichtsmaterialien, mit denen die Kinder spielerisch an das Erforschen der Biene und ihrer Umwelt herangeführt werden können. Grundsätzlich bin ich auf alles neugierig, was um mich herum passiert.“ Ein Blick über den Tellerrand ist Undine Westphal sehr wichtig. Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit der Imkerei in anderen Ländern oder weiteren interessanten Insekten wie Ameisen, Schmetterlingen, Hummeln oder Wildbienen.

„Weiterbildung ist gerade in der Imkerei überlebenswichtig, um nicht auf einer Stelle stehen zu bleiben. Die Biene und ich sind untrennbar miteinander verbunden – ein Leben ohne sie ist für mich kaum vorstellbar!“

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Kommentare (1)

02.02.2015 18:15:56

Petra Hirschberger: Tolle Bücher ...alle...Praxisnah und verständlich und immer das Individum im Blick... Und imkern mit Kindern ist der Anfang für das Verständnis für unsere kleinsten wichtigen Lebewesen auf dieser Erde...die Insekten