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Bienenzaun in Afrika

Bienenzaun in Afrika

Kaum zu glauben, aber Elefanten haben große Angst vor Bienen. Die großen Dickhäuter fürchten sich so sehr vor den kleinen Bienen, dass sie alleine schon von ihrem Summen vertrieben werden. Farmer in Afrika haben sich dies zunutze gemacht: Sie setzen Bienenstöcke als natürlichen Zaun gegen Elefanten ein.

Die Zoologin Lucy King war es, die 2009 ein Pilotprojekt namens The Elephants and Bees Project in Ost-Afrika initiierte, bei dem Bienenstöcke als natürliche Abschreckung gegen Elefanten genutzt werden. Denn die grauen Riesen, die wild in Afrika leben, sind oft ein großes Problem für die ansässigen Farmer. Sind die Elefanten nämlich hungrig, stürmen sie herdenweise die Felder der Bauern. Die Verteidigung ihrer Felder ist für die Bauern schwierig und nicht selten lebensgefährlich für sie und ihre Familien. Um dieser „Plage“ Herr zu werden, wäre die Errichtung von großen, massiven Zäunen, die elektrisch geladen sind, eine Lösung. Nur ist dies für die kleinen Farmer oft schlichtweg nicht bezahlbar.

Etwa Ende August ist die Entwicklung der Brut abgeschlossen, und die erwachsenen Tiere benötigen Nahrung und Energie für sich selbst – bevorzugt in Form von Zucker. Jetzt werden auch süße Getränke, Fallobst oder Kuchen für Wespen interessant. Im Herbst gibt es also nicht mehr Wespen als in den Vormonaten, sie statten uns aufgrund ihrer veränderten Bedürfnisse lediglich häufiger einen Besuch ab.

Elefanten laufen vor Bienen weg
Bildquelle: The Elephants and Bees Research Project

Ein natürlicher Zaun aus Bienen

Die Lösung des Problems liegt, wie so oft, direkt vor der Nase der Farmer und im wahrsten Sinne des Wortes auch vor jener der Elefanten: Bienen attackieren die Dickhäuter nämlich in ihren Rüsseln und stechen sie genau dort – und das ist für die großen Riesen extrem schmerzhaft. So werden also Bienen und ihre Stöcke zum Retter in der Not. An Bäumen oder Stämmen und in einer speziellen Formation alle zehn Meter aufgehängt, werden die Stöcke mit Seilen verbunden. Stößt ein Elefant an den Bienenstock oder das Seil, schwingen alle Bienenstöcke entlang dieses natürlichen Zaunes mit. Dies aktiviert die Bienen, die ihren Stock verteidigen wollen – und aufgeregt auf die Elefanten losgehen.

Bienenzaun mit Menschen in Afrika
Bildquelle: The Elephants and Bees Research Project

Fruchtreiche Felder und eigener Honig

Immerhin 80 der ungebetenen Elefantengäste lassen sich so von den Feldern fernhalten: für die oft kleinen familienbetriebenen Farmen ein großer Erfolgsfaktor mit einem sehr geringen Aufwand und wenig Kosten. Ein gratis Handbuch des The Elephants and Bees Project zeigt, wie der Zaun mit einfachen mitteln erstellt werden kann und sogar, wie man Bienenstöcke mit einfachen und vor Ort vorhandenen Materialien selber baut. Imkerei ist vielen der traditionellen afrikanischen Völker keineswegs fremd und selbst wenn, haben sie sich schnell in dieses Handwerk hineingefunden.

Der lebendige Bienenzaun hat noch einen anderen Vorteil: Bienen, als wichtige Bestäuber, fördern die Pflanzenvielfalt und den Fruchtertrag der Felder, was den Farmern mit mehr Ertrag zugute kommt. Dazu kommen jede Erträge aus der Honigernte, die im Fall des Projektes als „Elephant-friendly honey“, also elefantenfreundlicher Honig, verkauft werden.

Honiggläser
Bildquelle: The Elephants and Bees Research Project

Ein Erfolgsprojekt, das Wellen schlägt: Der natürliche Zaun aus Bienenstöcken wird mittlerweile in Teilen Afrikas wie Kenia, Botswana, Uganda oder Mosambik, aber auch in Sri Lanka und in Thailand eingesetzt.

Wir sagen: Hut ab vor dieser genialen und doch so simplen Idee! So klein unsere Bienen auch sind, für Mensch und Natur haben sie eine große Bedeutung.

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