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Die Streuobstsorten des Jahres

Mit der Ernennung der „Streuobstsorten des Jahres“ in verschiedenen Regionen machen unterschiedliche Naturschutzvereinigungen in Deutschland auf die Bedeutung der Streuobstwiesen aufmerksam. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für Bienen und viele andere Tiere und leisten einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Wir verraten, welches die Streuobstsorten des Jahres 2019 sind.

Die Vielfalt von Streuobstbäumen ist enorm: Allein in Deutschland sind etwa 2.000 verschiedene Arten bekannt. Davon zählen die meisten zu Obstsorten, die mehr als 100 Jahre alt sind. In einigen Bundesländern werden seit etwa 20 Jahren die Streuobstsorten des Jahres ausgezeichnet. Ziel ist es, die alten Obstsorten wieder bekannter zu machen: Denn im Erwerbsobstanbau werden nur noch wenig verschiedene Arten kultiviert – so sind es bei Äpfeln gerade mal zwanzig unterschiedliche Sorten. Die bekanntesten heißen Jonagold, Golden Delicious oder Pink Lady.

Bisher wählen fünf Regionen in Deutschland jeweils ihre Streuobstsorte des Jahres: Norddeutschland, Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg sowie Sachsen. Die Auswahlkriterien sehen dabei unterschiedlich aus: Die Vereine beurteilen die Gefährdung, die Bedeutung der Sorte für die Region – aber auch den Rückgang des jeweiligen Anbau-Volumens der vergangenen Jahre. Aus den vielen alten Obstsorten wurden 2019 der Öhringer Blutstreifling für Baden-Württemberg und der Moseleisenapfel im Saarland sowie Rheinland-Pfalz gewählt*.

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Der Öhringer Blutstreifling; Foto: www.baumschule-horstmann.de

Der Öhringer Blutstreifling

Um 1860 entstand im Raum Öhringen aus einem Samen ganz zufällig der Öhringer Blutstreifling, der nun im Jahr 2019 vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) zur Streuobstsorte des Jahres ernannt wurde. Er ist ein wohlschmeckender, fester und saftiger Apfel, der anfangs eine hellgrüne Färbung besitzt, später strohgelb wird und zur Reife prägen sich dunkelrote Streifen von oben nach unten aus. Ab Mitte Oktober können die Früchte geerntet und bis April eingelagert werden.

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Der Moseleisenapfel; Foto: ©Hans-J. Bannier, Gartenbauvereine SAL/RLP e.V.

Der Moseleisenapfel

Der Arbeitskreis „Obstsorten“ im Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V. hat mit dem Moseleisenapfel eine sehr alte Sorte zum Streuobst des Jahres im Saarland und Rheinland-Pfalz gewählt. Diese Apfelsorte ist zwar vereinzelt noch auf Obstwiesen zu finden, wird mittlerweile aber als sehr seltene Sorte eingestuft. Der Moseleisenapfel wird vorrangig als Mostapfel verwendet, da er kein besonders starkes Aroma besitzt und somit nicht als Tafelapfel geeignet ist. Der Apfel besitzt eine trübe, dunkelrote Farbe, die in ein bräunlich-bläuliches Rot übergeht und leicht streifig ist. Mitte bis Ende Oktober steht der Moseleisenapfel in voller Reife und kann geerntet werden. Die Früchte sind dann etwa fünf Monate lagerbar.

Der Öhringer Blutstreifling und der Moseleisenapfel stehen stellvertretend für alle Streuobstsorten, die es unbedingt zu schützen gilt. Denn der Bestand von naturnahen Streuobstwiesen ist bedroht. Aufgrund unterschiedlicher Begebenheiten, wie das vermehrte Aufkommen von Neubau- und Gewerbegebieten, verschwinden Streuobstwiesen zunehmend aus der Landwirtschaft. Deshalb fördern die Schwartauer Werke nun mit einem der größten Naturschutzverbände Deutschlands, dem Naturschutzbund Schleswig-Holstein (NABU), in einem Pilotprojekt die Neuanlage und Erweiterung von Streuobstwiesen in ganz Schleswig-Holstein. Das gemeinsame Ziel ist es, bis 2020 bis zu 1.000 Hochstamm-Obstbäume zu pflanzen und damit wertvollen Lebensraum zu schaffen.

*Stand Februar 2019

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