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Die Geschichte der Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind ein wahres Schlaraffenland für Bienen, viele andere Insekten und Tiere. Aufgrund ihrer Sortenvielfalt und ihres natürlichen Pflanzenbewuchses finden ihre Bewohner und fliegenden Besucher dort reichlich Nahrung und Nistmöglichkeiten. Im Gegensatz zum Plantagenanbau sind Pflanzen auf Streuobstwiesen, wie der Name schon verrät, verstreut angebaut. Der Begriff „Streuobstwiese“ wurde erstmals um 1940 in der Heimat der Schwartauer Werke, in Schleswig-Holstein, verwendet. Die Geschichte dieser ökologisch wertvollen Flächen beginnt allerdings viel früher. Wie fing also alles an?

Obwohl der Obstanbau bereits seit dem 2. Jahrhundert im heutigen Deutschland eine Rolle spielt, entstanden die ersten nennenswerten Streuobstwiesen, also großflächige Anpflanzungen von hochstämmigen Obstbäumen, erst im 16. Jahrhundert. Diese waren meist als gärtnerische Anlagen um Städte und Dörfer platziert. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts mischte sich der Staat immer stärker in den Obstanbau ein und förderte beziehungsweise erzwang diesen sogar, da die Nahrungsversorgung aufgrund der wachsenden Bevölkerung zu einem immer wichtigeren Thema wurde. Das 17. und 18. Jahrhundert gelten daher als eigentliche Entstehungszeit des Streuobstanbaus. Einen weiteren Aufschwung erhielten die Streuobstwiesen als der Ackerbau im 19. Jahrhundert, dank zunehmendem Einsatz von künstlichem Dünger, auf nährstoffärmere Flächen verlagert werden konnte. Von da an wurden nährstoffreiche Flächen für den weiteren Streuobstanbau genutzt – bis dieser ab Mitte des 20. Jahrhunderts seinen ersten Rückgang erlebte.

Aufgrund des steigenden Trends zum kosteneffizienteren und ertragreicheren Plantagenbau, der in den 1970er Jahren in eine Rodungsprämie für Hochstammbäume gipfelte, verringerte sich die Flächenausbreitung der Streuobstwiesen zwischen 1950 und 2008 um circa 80 Prozent. Weitere einhergehende Entwicklungen wie mangelnde Fördergelder, eine nicht-nachhaltige Siedlungspolitik und eine starke Vernachlässigung der benötigten Wiesenpflege haben zusätzlich zu diesem starken Rückgang beigetragen. Um darauf aufmerksam zu machen und die Bekanntheit der Streuobstwiesen sowie alter Obstsorten zu steigern, küren unterschiedliche Organisationen seit Ende der 1990er das „Streuobst des Jahres“.

Streuobstwiesen sind ein ungemein wichtiger Faktor zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie bieten eine besonders hohe Pflanzenvielfalt, die nicht nur für Insekten, sondern auch für grasende Tiere wie Schafe und Rinder ein üppiges Nahrungsangebot liefert. Zudem sind sie ein Paradies für Bienen und andere Insekten: Sie bieten unzählige Nistplätze und ein reichhaltiges Nektar- und Pollenangebot. Gleichzeitig profitieren die Pflanzen auf der Wiese von der stetigen Bestäubungsarbeit der fleißigen Bienen.

Gemeinsam mit dem NABU Schleswig-Holstein unterstützen die Schwartauer Werke in einem Pilotprojekt die Neuanlage und Erweiterung von Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein. Das Pilotprojekt hat zum Ziel, bis zum Jahr 2020 bis zu 1.000 Hochstamm-Obstbäume zu pflanzen und damit wertvollen Lebensraum für Pflanzen du Tiere zu schaffen.

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