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Zwischen Winter und Beginn der Obstblüte – die Durchlenzung der Biene

Sobald die Temperatur über 10 Grad steigt, trauen sich Bienen langsam wieder aus ihrem Stock. Die Phase zwischen der Winterruhe und der Zeit, wenn die Obstblüte in voller Pracht steht, nennt sich Durchlenzung. Wie sich Bienen und Imker in dieser Zeit auf das emsige Treiben in der Sommerzeit vorbereiten, beschreibt der nachfolgende Artikel.

Steigende Temperaturen sind auch für die Bienen ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es Zeit wird, mal wieder an die frische Luft zu fliegen. Ab 10 bis 12 Grad und Sonnenschein absolvieren die Bienen ihren Reinigungsflug. Das bedeutet: Die Bienen gehen auf die Toilette. Denn während des Winters verharren die Bienen geduldig im Stock und sammeln ihre Exkremente in der Kotblase. Nicht selten nimmt diese bis zu ⅘ des Hinterleibes ein. In der Regel entleeren sich Bienen nicht im eigenen Stock, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Deshalb ist es für Imker besonders wichtig, die Bienen in der Zeit vor dem Reinigungsflug nicht zu stören. Unter Stress kann es vorkommen, dass es die ein oder andere Biene nicht rechtzeitig ins Freie schafft. Nach der langen Zeit im Bienenstock müssen sich die Bienen auch erst einmal neu einfliegen. Sie gehen erneut auf Erkundungstour und prägen sich die Lage ihres Stockes genauestens ein – damit sie jederzeit wieder nach Hause finden.


Der Reinigungsflug ist auch für die imkerliche Tätigkeit ein wichtiger Anhaltspunkt im Bienenjahr. Dieser lässt nämlich eine erste Schätzung über Winterverluste und die Stärke der überwinterten Völker zu. Bleibt das Flugloch eines Stocks leer, während nebenan schon wildes Treiben herrscht, ist dies ein Anzeichen für ein verstorbenes Volk. Bei den ersten Kontrollen sollte der Imker auch auf übermäßige Kothäufchen am Flugloch und in der Beute achten. Vermehrte Kotablagerungen sind ein sicheres Indiz für Darmerkrankungen.


Neben einer wohltuenden Entleerung durch den ausgiebigen Reinigungsflug, stellt die Phase der Durchlenzung die Bienen auch vor eine erhebliche Herausforderung: Denn in dieser Übergangsphase sterben die Winterbienen und die Sommerbienen werden herangezogen. Kann nicht schnell genug Nachwuchs herangezogen werden, schrumpft das Volk, bevor es mit der Obstblüte hoffentlich förmlich „explodiert”. Genau in dieser arbeitsintensiven Zeit verbrauchen die Bienen den größten Teil ihrer Wintervorräte. Es ist auch möglich, dass sie in diesen Wochen verhungern, sollten die Honigreserven zu knapp sein. Auch wenn Studien belegen, dass sich eine dauerhafte Zufütterung von Zucker oder Sirupen negativ auf die Gesundheit der Bienen hat auswirkt, können Imker ihre Bienen in der Durchlenzung mit Zuckerwasser unterstützen.

In der Durchlenzungsphase tragen die Bienen schier unermüdlich Pollen und Wasser in den Stock. Für den Imker ist das ein gutes Zeichen: Ist der Polleneintrag vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Volk intakt ist und höchstwahrscheinlich brütet. Jetzt ist es wichtig, dass die emsigen Bienen einen Zugang zu Wasser haben. Sollte kein natürliches Gewässer, ein Teich oder ein Graben, in der Nähe sein, kann ganz einfach eine Bienentränke installiert werden. So sind die Bienen bestens auf den anstehenden Sommer und die unzähligen Ausflüge vorbereitet.

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