wave

Filtere deine Suche

Naturnaher Garten_Wiese

Der bienenfreundliche, naturnahe Garten: Mehr Mut zur Wildnis!

Mehr Wildnis wagen – das gilt auch vor unseren Haustüren. Um aus heimischen Gärten ein Wildbienen-Paradies zu machen, braucht es keine teuren Umbaumaßnahmen oder gar einen grünen Daumen. Die Natur schafft das ganz allein – wenn wir sie lassen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem naturnahen Garten und erklären, warum hier weniger auch mal mehr sein kann.

Mit einer Bevölkerungsdichte von ca. 230 Menschen pro Quadratkilometer in Deutschland ist es nicht schwer vorstellbar, dass der Mensch regelmäßig in den natürlichen Lebensraum vieler Wildtiere eingreift. So wird auch die Wildbiene zunehmend eingeschränkt, denn: in unseren dicht gedrängten und geordneten Gärten findet sie immer weniger Verstecke und Nahrungsquellen.

Der naturnahe Garten: Viel hilft nicht immer viel

Der eigene Garten birgt eine Menge Potenzial zur Erholungsoase, sowohl für den Besitzer als auch für die Biene: leben und leben lassen ist das Motto. Ein sogenannter „naturnaher Garten“ macht wenig Arbeit und leistet einen Beitrag zum Wohlergehen der Wildbienen. Doch welche Faktoren sind für einen naturnahen Garten zu beachten und was gilt es hier zu tun bzw. lieber nicht zu tun? Hier folgen unsere Tipps:

1. Entspannte Rasenpflege
In einem naturnahen Garten kann die Rasenpflege etwas zwangloser angegangen werden: Wird der Rasen seltener gemäht und die Schnitthöhe des Rasenmähers etwas höher eingestellt, haben heimische Pflanzen wie Klee oder Löwenzahn die Chance, in voller Pracht zu erstrahlen. Die kleinen Pflanzen, die auf einem getrimmten Rasen gerne als Unkraut betitelt werden, sind wichtige Nahrungsquellen für Bienen. Natürlich heißt das nicht, dass der Rasen wuchern muss. Forscher vom USDA Forest Service fanden heraus, dass ein dreiwöchiges Mähintervall die größte Bienenvielfalt anlockt.

2. Blumenvielfalt – einfach bunt
Wildbienen sind bescheidene Tierchen. Das zeigt sich bei der Wahl ihrer Nahrung. Mit teuren und üppig gezüchteten Blumen wie zum Beispiel gefüllten Rosensorten, weiß die Wildbiene nichts anzufangen. Bienen bevorzugen schlichte und wilde Pflanzen mit offenliegenden Staubblättern. Unser Pflanzenfinder bietet eine ausführliche Übersicht an Pflanzen, die von Wildbienen heiß begehrt sind. Verblühte Stauden dürfen in einem naturnahen Garten übrigens gerne stehenbleiben: Wildbienen finden hier einen schützenden Unterschlupf für den Winter.

3. Auf Natürlichkeit setzen
Chemische Pflanzenschutzmittel sollten in einem naturnahen Garten natürlich nicht zum Einsatz kommen. Bei Bedarf kann auf eine biologische Alternative zurückgegriffen oder Dünger selbst hergestellt werden.

4. Oh du schöne Unordnung!
In einem naturnahen Garten muss nicht immer alles sofort geräumt, geharkt oder gezupft werden. Ein wenig Unordnung ist ein großer Gewinn für die biologische Vielfalt. Laub oder leere Schneckenhäuser im Beet dürfen liegen bleiben, denn sie bieten Unterschlüpfe oder sogar Nistplätze. Auch ein alter Holzstamm wird schnell zum beliebten Nistplatz für viele Wildbienenarten – und mit etwas Moos überwachsen auch zum echten Hingucker im Garten.

5. Vielfalt erlaubt
Wer nicht auf den getrimmten Rasen und die gefüllten Rosen verzichten mag, hat trotzdem viele Möglichkeiten, die Bienen zu unterstützen. Schon durch das Anpflanzen unterschiedlicher bienenfreundlicher Pflanze fühlt sich die Wildbiene viel wohler. Wer mag, kann in seinem Garten auch eine „naturnahe Gartenecke“ entstehen lassen. So haben Wildblumen die Chance, zu blühen und man kann beobachten, was die Natur in ihrer „wilden Ecke“ so entstehen lässt.


Mit ein wenig Mut zur Wildnis schafft ein naturnaher Garten somit dringend benötigten Lebensraum für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und die vielen anderen kleinen Helfer, die in unseren ordentlichen Gärten sonst nur wenig Nahrung und Schutz finden. Darüber hinaus wird ein Zeichen für mehr Natur und den Erhalt der biologischen Vielfalt gesetzt. Vielleicht werden sogar Nachbarn zu einem ähnlichen Projekt inspiriert? Kurzum – es darf sich ruhig bewusst über die typischen Ordnungsnormen in unseren Gärten hinwegsetzt werden, denn der Artenschutz geht bereits vor unseren Haustüren los.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

*Pflichtfelder

Schreibe einen neuen Kommentar

Bisher gibt es keine Kommentare.

Bisher hat noch niemand einen Kommentar verfasst - Schreibe den ersten Kommentar