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Bienentanz

Bienen unter Spannung – der Bienentanz

Bienen unterhalten sich elektrisch ­ beim Fliegen laden sie sich auf und übertragen ihre Spannung auf ihr Bienenvolk. Aufgrund der im Schwänzeltanz enthaltenen Informationen und weiteren Hilfen durch erfahrene Sammelbienen und Blütendüfte im Feld finden die Sammlerinnen eine Futterstelle.

Ergänzende Informationen zu der Forschungsarbeit im Bereich der Bienenkommunikation bietet dieser Artikel: Kommunikation der Bienen: Brauseflug und Schwänzeltanz

Jürgen Tautz
Bienenexperte und bee careful Kooperationspartner Prof. Dr. Tautz

Forscher haben herausgefunden, dass Bienen auf unterschiedlich geladene elektrische Felder mit spezifischen Bewegungen ihrer Antennenfühler reagieren.
Die elektrische Aufladung entsteht durch Reibung ihrer Oberflächen beim Fliegen
oder wenn sie ihre Körper im Bienenstock aneinander reiben. Der Chitinpanzer der Biene verhindert, dass die elektrische Ladung abfließt, wenn die Biene zum Beispiel in ihren Stock zurückkehrt. Je weiter die Biene fliegt, umso stärker lädt sich ihre Oberfläche auf. Im Bienenstock bleibt diese Spannung erhalten, um mit den anderen Bienen kommunizieren zu können. Die Kommunikation findet in Form von Tänzen statt: dem Rundtanz oder dem Schwänzeltanz.

Im Tanzschritt zur Futterquelle

Der Rundtanz verweist auf Futterquellen, die sich nicht weiter als 100 Meter vom Bienenstock entfernt befinden. Die Biene läuft dabei auf der senkrechten Wabe im Kreis, immer abwechselnd rechts und links herum. Der Tanz ist umso temperament- und ausdrucksvoller, je mehr Nahrung es zu finden gibt. Bis zu zehn Bienen (Folgebienen) verfolgen den Rundtanz aufmerksam mit ihren Antennen. Sobald der Tanz vollendet ist, fliegen die fleißigen Sammlerinnen los, um sich auf den Weg zur Nahrungsquelle zu machen.

Wenn eine Futterquelle weiter als 100 Meter entfernt ist, wird der Schwänzeltanz aufgeführt. Je weiter die Entfernung, umso intensiver und länger wird der Tanz ausgeführt. Die Biene tanzt Halbkreise, unterbrochen von geradlinigen Läufen, bei denen sie ihren Hinterleib rasch hin und her schwenkt. Auf diesen Schwänzelgeraden kehrt sie jedes Mal wieder zurück, nahe dem Startpunkt des zuvor durchlaufenen Halbkreises. Hierbei wird die tanzende Biene ebenfalls aufmerksam von bis zu zehn Sammlerinnen verfolgt, welche sich währenddessen so platzieren, dass sie mit ihren Antennen die Schwänzelbewegungen der tanzenden Biene gut registrieren können. Zudem erkennen sie den Blütenduft, der an der tanzenden Biene haftet.

Nach neuesten Forschungserkenntnissen gibt der Schwänzeltanz jedoch keine genauen Koordinaten der Futterstelle an – erst vor Ort findet die Biene in dem grob angegebenen Zielgebiet das Ziel mithilfe erfahrener Sammelbienen oder weil sie direkt von den Blütenpflanzen angelockt wird.

Auch Bienen verfügen über eine sogenannte innere Uhr – sogar im dunklen Bienenstock können sie den wandernden Sonnenstand in ihren Tänzen berücksichtigen.

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