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Bienensterben

Ursachen und Folgen des Bienensterbens

Weltweit ist das vermehrte Bienensterben ein Thema. Rückgänge in den Bienenvölkern sind international und auch in Deutschland zu verzeichnen. Doch welche Ursachen hat ein mögliches Bienensterben und mit welchen Folgen müssten wir dann rechnen?

Welche Ursachen für ein Bienensterben gibt es?

Das Bienensterben hat vielfältige Ursachen. In der Wissenschaft ist dieses Thema noch nicht abschließend geklärt, jedoch gibt es eine gewisse Einigkeit darin, dass es ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren ist, das zu einem vermehrten Bienensterben führen kann:

1. Moderne Landwirtschaft
Der zunehmende Aufbau von Monokulturen und die Reduktion von landwirtschaftlichen Flächen vermindert die Vielfalt des Nahrungsangebots für Bienen. Wie auch wir Menschen brauchen Bienen eine vielseitige Ernährung – das macht sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Oft blühen die einseitig angepflanzten Nutzpflanzen nur kurze Zeit und lassen die Bienen das restliche Jahr über Hunger leiden. Auch private „ordentliche“ grüne Gärten ohne Blumen oder nur mit Zierpflanzen bieten unseren Bienen keine Nahrung.

Der Einsatz von Pestiziden in der Agrarwirtschaft macht den Bienen ebenfalls zu schaffen. Diese Giftstoffe wirken sich nicht nur auf den Honig aus, sondern beeinflussen darüber hinaus das Nervensystem der Insekten und ihre natürliche Orientierungsfähigkeit und können ihre Lebensdauer und Fortpflanzung beeinträchtigen.

2. Viren und Krankheitserreger
In der Regel kommt ein gesundes Bienenvolk mit den meisten Krankheiten zurecht. Die Varroamilbe jedoch befällt die Bienen und kann sie stark schwächen. Der winzige Parasit vermehrt sich auf der Brut, ernährt sich vom Blut der Bienen und überträgt über die Bisswunden weitere Krankheitserreger, sodass sich besonders gefährliche Viren-Varianten verbreiten und viele Völker schnell auslöschen. Letztes Jahr haben Forscher die Varroamilbe sogar als Hauptursache für ein Bienensterben identifiziert – sie zu bekämpfen fordert nach wie vor immer wieder die Wissenschaft heraus.

3. Klimawandel
Auch der zunehmende Klimawandel kann Bienen gehörig aus dem Gleichgewicht bringen. Vorgezogene Blütenphasen, lange Wärmeperioden im Winter oder starke plötzliche Temperaturveränderungen zehren an den Energievorräten, machen sie anfälliger für die Varroamilbe und bringen ihren gesamten Kreislauf ins Wanken. Diese Faktoren können es unseren Bienen ebenfalls schwer machen, in Zukunft gut zu überleben.

Bienensterben: mögliche Folgen

Laut Experten kann ein vermehrtes Bienensterben sowohl beträchtliche ökonomische als auch ökologische Folgen haben. Einem mutmaßlichen Zitat von Einstein zufolge haben die Menschen ohne die Bienen nicht mehr lange zu leben. Doch was würde tatsächlich passieren, gäbe es keine Bienen mehr?

Folgen des Bienensterbens für die Natur

Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene bestäubt. Die restlichen 20 Prozent gehen auf das Konto von Hummeln, Fliegen, solitären Wildbienen und anderen Insekten. Wenn die Bienen vollständig aussterben würden, und dazu noch andere Bestäubungsinsekten, dann ginge weltweit die Ernte massiv zurück. Bienen haben also einen großen Einfluss auf unsere Ernährung. Ohne ihre Bestäubungsarbeit müsste der Mensch auf etwa ein Drittel der Nutzpflanzen in seiner Ernährung verzichten, vor allem bei Obst und Gemüse wären die Rückgänge stark. Was bleiben würde, wären z.B. Kartoffeln, Mais und Getreide. Fehlen aber gerade diese gesunden Elemente in unserer Ernährung, müsste man – drastisch gesehen – auch mit vermehrten Krankheitsfällen in der Menschheit rechnen. Abgesehen davon ist sicher, dass es ohne Bienen kaum Artenvielfalt mehr gäbe, weder auf unseren Tellern noch in unseren Gärten in Form von bunten und duftenden Blüten.

Wirtschaftliche Folgen des Bienensterbens

Ein Szenario dieser Art – wie wahrscheinlich es wissenschaftlich auch immer sein mag – hätte natürlich auch Auswirkungen auf unsere Wirtschaft. Nach Einschätzung eines UNO-Gremiums hängen von der Bestäubung zwischen fünf und acht Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion ab. Ihr volkswirtschaftlicher Nutzen in Deutschland wird auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt. Kulturpflanzen wie Kakao, Vanille und Maracuja sind zu 100 Prozent auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Bei Stein- und Kernobst steigert die Insektenbefruchtung den Fruchtertrag um 40 Prozent. Die Bestäubung von Nutzpflanzen durch Bienen erhöht zudem nicht nur den Ertrag, sondern verbessert auch die Qualität der Früchte. Bestäubte Erdbeeren sind z.B. schwerer, haben weniger Missbildungen und eine höhere Handelsklasse.

Weniger Ertrag könnte laut der deutschen Bundesregierung auch erhebliche Kosten nach sich ziehen, um diesen Problemen entgegenzuwirken. Das absurdeste Beispiel bleibt immer noch China, wo Menschen Obstbäume bereits mit der Hand bestäuben, da in manchen Teilen des Landes alle Bienen ausgestorben sind.

Inwieweit wir tatsächlich an dem Punkt sind, dass diese Folgen in naher Zukunft eintreten, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Doch diese Szenarien zeigen uns, dass es wichtig ist, sich um unsere Bienen und ihre Gesundheit zu kümmern – um einem möglichen Bienensterben so gut wie es nur geht von Anfang an entgegenzuwirken.

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