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Bienensterben milder Winter

Bienensterben durch milden Winter

Das Wetter spielt verrückt. Im Dezember 2015 frühlingshafte Temperaturen, danach schlagartig ein Kälteeinbruch. Schon für uns Menschen ist es schwierig, mit den veränderten Temperaturen zurechtzukommen. Für Honigbienen ist eine solche Situation aber noch um einiges problematischer.

Das ungewöhnliche Klima führt zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen in der Flora und Fauna. Manche Sträucher bilden zu früh Blätter und Knospen aus, und es kann vorkommen, dass mitten im Dezember Honigbienen in unseren Gärten summen. Dieses veränderte Flugverhalten der Bienen könnte ein Grund zur Sorge sein.

Ein Kreislauf gerät ins Wanken

Normalerweise halten Honigbienen zu dieser Zeit Winterruhe. Sie bleiben im Bienenstock und bilden die Wintertraube, um sich gegenseitig zu wärmen. Dabei sitzen sie kugelförmig eng aneinandergerückt und erzeugen durch Nahrungsaufnahme und Bewegung Wärme. Der Verlauf der Temperatur in einer Wintertraube erreicht immer wieder Spitzenwerte von bis zu 30 Grad Celsius und sinkt danach wieder bis unterhalb 20 Grad Celsius ab, um ein paar Tage später erneut anzusteigen. Durch diese Heizspitzen, anstelle eines gleichmäßigen Durchheizens, sparen die Bienen erheblich an Treibstoff. Wie über die Live-Kameras von HOBOS beobachtet werden kann, bewegen sich die Bienen während der Heizspitzen zwar deutlich mehr als in den Kühlperioden dazwischen, aber so richtig voll aktiv sind sie nicht. Eine ungewöhnliche Außentemperatur um diese Jahreszeit hingegen lässt die Bienen aber so richtig aktiv werden – sie „denken“ es sei Frühling, fliegen aus und verbrauchen dementsprechend mehr Honigvorrat. Dadurch werden die Futtervorräte im Stock knapp. Es besteht die Gefahr, dass sie verhungern.

Bedrohung Varroamilbe

Während der Winterruhe legt das Bienenvolk eine Brutpause ein, die Königin legt keine Eier ab. Aber bei milden Temperaturen, und wenn von den Bienen Pollen ins Nest eingetragen werden, beginnt die Königin dann doch früh im Winter mit der Eiablage. Wenn die Königin auf diese Weise die Brutperiode verlängert, bietet das der Varroamilbe bessere Vermehrungsbedingungen.

Kampf gegen die Kälte

Wird es nach einer langen Wärmeperiode dann doch noch plötzlich richtig kalt, so wie beim aktuellen Temperaturumschwung in diesem Januar 2016, kann es zu einem weiteren Problem kommen: Die Bienen möchten die Brut so gut wie möglich gegen die Kälte schützen und müssen die Temperatur im Stock hochfahren. Dies kostet sie viel Energie und zehrt erheblich an den Honigvorräten.

Ungewöhnliche Temperaturschwankungen im Winter stellen für die Honigbienen eine Herausforderung dar. Bei untypischen Wetterbedingungen reagieren die Bienen auch untypisch und können so in ernste Schwierigkeiten geraten.



Ein Gemeinschaftsartikel von bee careful und Kristina Vonend (HOBOS)

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