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HOBOSphere Bienenkugel

Bienengesundheit und ihre Erforschung

Der Bienenexperte Prof. Dr. Tautz berichtet jeden Monat exklusiv auf der bee careful-Plattform über ein aktuelles Thema aus der Bienenwelt. Heute widmet sich der Kooperationspartner von bee careful dem Thema Erforschung der Bienengesundheit mittels hochtechnologischer Messinstrumente.

Jürgen Tautz
Bienenexperte und bee careful Kooperationspartner Prof. Dr. Tautz

Honigbienen sind durch ihre Bestäubungsleistung von Blütenpflanzen unersetzliche Schlüsselorganismen in natürlichen Lebensgemeinschaften. In der Landwirtschaft sind sie zum Beispiel für die Erzeugung von Obst und Gemüse sowie in indirekter Weise für nachwachsendes Tierfutter verantwortlich. Komplexe Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten stellen für einen gesunden flächendeckenden Bienenbestand jedoch zunehmend Probleme dar – ein großes Bienensterben war in der Vergangenheit zu beobachten.

Bienensterben – ein komplexes Problem

Die Bienen werden mit für sie neuen Situationen bzw. Bedrohungen konfrontiert, auf die sie sich in der Evolution nicht einstellen konnten. Es lassen sich im Wesentlichen drei Problembereiche identifizieren:

1. Eine moderne, intensive Landwirtschaft mit ihren großflächigen Monokulturen, die wenig Raum für natürliche Pflanzengesellschaften lassen und die ohne maßvoll genutzte Agrochemie gegen Schadinsekten nicht bestehen können. Gleichzeitig sind die Chancen für einen kompletten Umbau der heutigen Landwirtschaft gering.

2. Neu auftretende Gesundheitsbedrohungen – allen voran die Varroa-Milbe. Die Chancen, diese sekundär eingeführten Parasiten wieder zum Verschwinden zu bringen, gehen gegen Null.

3. Die Überführung der Bienenvölker aus ihren natürlichen Wohnräumen in hohlen Bäumen hin zu künstlichen Behausungen, wie Beuten oder Bienenkästen, ohne die Berücksichtigung wichtiger bienenentlastender Gegebenheiten.

Gerade der letzte Punkt bringt einen möglicherweise entscheidenden Problemkomplex für die derzeitige Bienenhaltung mit sich. Die natürlichen und von der Natur vorgesehenen Wohnbedingungen für Honigbienen finden in der heutigen Bienenhaltung so gut wie keine Beachtung, was zu haltungsbedingten Belastungen der Bienen führen könnte.

Erforschung der Bienengesundheit

Umso wichtiger ist die Erforschung von Bienen sowie der Einflüsse auf ihre Gesundheit – so, wie wir es aktuell mit den Bienen-Forschungsstationen in Bad Schwartau und Würzburg machen. 2016 startet ein weiteres Forschungsprojekt, bei dem zwei Bienenvölker in unterschiedlichen Behausungen beobachtet werden. Das HOBOS-Volk wird sich wie bislang in der mit modernster Technik ausgestatteten Bienen-Forschungsstation und auf der HOBOS-Plattform live beobachten lassen. Parallel dazu wird ein Bienenvolk in der „HOBOSphere mit den gleichen Mess- und Beobachtungsinstrumenten beobachtet. Die HOBOSphere empfindet wichtige Aspekte eines Bienennests in einer Baumhöhle nach und kann zugleich imkerlich gut betreut werden. Die HOBOSphere bietet eine natürliche Feuchteregulierung durch den Einsatz von Totholz und den Iglu-Effekt. Darüber hinaus zeigt sie einen vergleichsweise geringen Varroa-Befall, was möglicherweise durch die geringe Anzahl an auftretenden Drohnen bedingt ist und ermöglicht eine weniger witterungsabhängige Brutversorgung.

Derartige mit High-Tech ausgestattete Vergleichs-Paare beider Unterbringungsformen werden an fünf Standorten installiert. Zusätzlich wird eine große Anzahl dieser Bienenbehausungen von Imkern mit wenig oder ganz ohne Messtechnik versehen und in Schulen eingesetzt. So lassen sich möglichst viele Daten zur Entwicklung und dem Befinden der Bienenvölker sowie Verbesserungsvorschläge für die Weiterentwicklung des HOBOSphere-Ansatzes gewinnen.

Am Ende soll die Frage beantwortbar sein, worin nun genau die Vorteile der HOBOSphere für Bienen und Imker liegen, die sich bereits aus ersten Messungen und Beobachtungen andeuten.

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