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Bienen Beobachtungsstock

Beobachtungsstöcke – Fenster in das Innenleben der Bienenvölker

Das Leben unserer Honigbienen spielt sich zum allergrößten Teil im Verborgenen ab. Am Eingang zu ihren natürlichen Behausungen, den dunklen Baumhöhlen, lässt sich tagsüber reger Flugverkehr beobachten, aber was spielt sich hinter dem Zugang ab? Diese Frage hat die Neugier der Menschheit seit jeher beschäftigt.

Ein Artikel von Bienenexperte und bee careful Kooperationspartner Prof. Dr. Jürgen Tautz

Beobachtung von Bienen schon seit Jahrtausenden

Von Aristoteles wird erzählt, er habe sich in die Wand von Tongefäßen, mit denen im Nahen Osten seit Jahrtausenden geimkert wurde, Fensterscheiben aus dünn geschliffenen Muschelschalen einsetzen lassen, um hinter die Geheimnisse dieser Staatengebilde zu gelangen, deren Organisationsform er zum idealen Vorbild auch für das Zusammenleben der Menschen erkor. Es kann vermutet werden, dass es dieser Durchblick in ein Bienenvolk war, der ihn auch die Bienentänze sehen ließ.
Die ersten Abbildungen von Einrichtungen, in denen Bienenvölker lebten und die dabei durch Fenster beobachtet werden konnten, sind mir aus dem 18.Jahrhundert bekannt.

Abb.1: Bereits im 18. Jhdt. dienten unterschiedliche Konstruktionen von Bienenstöcken dazu, einen Blick in das Innenleben des Bienenstocks zu erlauben, wie diese Abbildung aus einer Enzyklopädie (Paris 1730) zeigt.

Ein Bienenstock zum Blättern

Der Schweizer Bienenforscher Francois Huber (1750 – 1831) war vollkommen blind und machte trotz dieser massiven Einschränkung höchst spannende Entdeckungen zum Leben der Honigbienen. Zu diesem Zweck konstruierte er einen aufklappbaren Beobachtungsstock, in dem man wie in einem Buch blättern und die Waben umklappen konnte. Seine Ehefrau und sein Diener, wohl die ersten Forschungs-Assistenten in der Bienenwissenschaft, erzählten ihm dann haargenau, was es zu sehen gab.

Abb.2: Aufklappbarer Beobachtungsstock nach F. Huber (François Huber: New observations on the natural history of bees, 1806).

Ein Fenster zur Bienenwelt

Der berühmteste Nutzer eines Bienenbeobachtungsstockes war der österreichische Zoologe Karl von Frisch (1886 – 1982 ), der unter anderem für seine Verdienste um unsere Kenntnisse über die Honigbienen den Nobelpreis erhielt. Herr von Frisch montierte zwei Waben senkrecht übereinander und verschloss Vorder- und Rückseite mit einer Glasscheibe oder einem Drahtgitter, sodass viele Vorgänge, wie die Tänze der Bienen, auf einer Fläche beobachtbar waren.

Abb.3: Bienenbeobachtungsstock, wie er von Karl von Frisch für dessen Forschungen eingesetzt worden war (Foto: Helga R. Heilmann, HOBOS-Team).

Die Bienenkugel – neue Wege der Bienenbeobachtung

Eine neuartig entwickelte Bienenbehausung, die Bienenkugel des Imkers und Erfinders Andreas Heidinger, löst viele Probleme, die ein klassischer Beobachtungsstock mit sich bringt, auf ideale Weise. Im Gegensatz zum klassischen Beobachtungsstock bewohnt ein Bienenvolk normaler Größe diese Behausung, in der sich die Bienen wie in einer Baumhöhle einrichten können. Die transparente Kuppel gibt den Blick auf das Treiben auf den Waben frei.

Abb. 4: Die Bienenkugel, als HOBOSPHERE eine Konstruktion für Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Universitäten ideal geeignet zum Einsatz für Verhaltensbeobachtungen an Honigbienen. (Foto: A. Heidinger).

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