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Ägyptische Biene

Neues bee careful-Projekt zum Schutz der ägyptischen Biene

2014 gründeten die Schwartauer Werke die Initiative bee careful zum Schutz der Bienengesundheit und der Fruchtvielfalt – mittlerweile ist die Initiative in neun Ländern aktiv. Das jüngste Projekt startet gerade in Ägypten: Die dort heimische Biene Apis mellifera lamarckij ist vom Aussterben bedroht. bee careful hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ägyptische Biene zu retten.

Die Bienenzucht wurde bei den alten Ägyptern hochgeachtet und lässt sich bis 3.500 Jahre vor Christus zurückverfolgen. Heute ist die Biene (Apis mellifera lamarckij), die in Ägypten heimisch ist und dort seit mehr als 5.000 Jahren kultiviert wird, vom Aussterben bedroht.
Die Völker dieser Bienenrasse sind von Natur aus sehr vital, man kennt bei ihnen bisher keine Brutkrankheiten. Sie sind leicht über den Schwarmtrieb zu vermehren und errichten schöne Naturbauwaben. Somit sind sie ideal für eine ökologisch ausgerichtete bienengemäße Imkerei. Der Honigertrag pro Volk ist allerdings niedrig.

Die ägyptische Biene ist vom Aussterben bedroht

Mehrere Einflüsse haben die Apis mellifera lamarckij in den letzten Jahren sehr geschwächt: Die Kulturlandschaft hat sich stark in Richtung Intensivierung verändert. Wichtige Trachtpflanzen, wie der Alexandrinerklee, sind aufgrund des Anbaus von Getreide und Gemüse verschwunden. Der massive Einsatz von Insektiziden gefährdet die Insektenwelt. Außerdem werden seit vielen Jahren Königinnen und Völker europäischer Bienenrassen importiert. Diese haben die heimische Biene verdrängt, sodass Apis mellifera lamarckij jetzt akut vom Aussterben bedroht ist. Während 1995 noch ca. 96.000 Völker dieser Rasse gehalten wurden, ist ihre Zahl 2005 auf 15.500 Völker gesunken. Heute gibt es noch etwa 900 Völker von Apis mellifera lamarckij, und zwar nur noch im Raum Asiut in Mittelägypten. Ein Verschwinden dieser ägyptischen Bienenrasse wäre ein weiterer erheblicher Verlust an Biodiversität und, da diese Biene weltweit nur im Niltal vorkommt, auch ein kultureller Verlust.

Forschung und imkerliche Unterstützung zur Rettung der Biene

Das neue Projekt der Initiative bee careful will diese vom Aussterben bedrohte ägyptische Biene retten. Für die vitale Bienenrasse soll ein Konzept zur extensiven Imkerei entwickelt und damit eine flächendeckende Bestäubungsleistung sichergestellt werden. Zudem ist geplant, einen Honig zu erzeugen, den es nur in Ägypten gibt. Das Projekt wurde von Imkermeister Günter Friedmann und Dr. Sebastian Portius, Geschäftsführer Innovation & Qualität bei den Schwartauer Werken, initiiert. Günter Friedmann beschäftigt sich seit 2010 in Ägypten mit dieser Bienenrasse. Im Zuge seiner Arbeit mit der ägyptischen Biene beobachtete er, dass diese offenbar gegenüber der Varroamilbe höchst tolerant ist. Das gelingt bisher nur drei weiteren Bienenrassen weltweit: der Apis cerana in Asien, der afrikanisierten Biene in Südamerika und der Apis mellifera scutellata in Afrika. Der Bienenexperte Professor Dr. Jürgen Tautz und das HOBOS-Team begleiten das Projekt wissenschaftlich. Es sollen vollkommen neuartige wissenschaftliche Daten über Apis mellifera lamarckij aus dem Inneren der Bienennester gesammelt werden. Dazu sollen einige Behausungen unterschiedlicher Bauart mit Sensoren ausgestattet werden. Die langjährigen Erfahrungen des HOBOS-Teams mit den HOBOS-Forschungsstationen in Würzburg und Bad Schwartau werden dafür sehr wertvoll sein.

Ein Artikel von Kristina Vonend

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